Das richtige Studienfach

Quo vadis, Abiturient?

Es ist nicht ganz leicht, nach dem Abitur den richtigen Studiengang zu finden. Ein stetig wachsendes Angebot an Studienprogrammen erschwert die Entscheidung. Doch mit den folgenden Tipps und hochgekrempelten Ärmeln kann es losgehen.

Die wenigsten haben mit 16 Jahren eine klare Vorstellung davon, was sie beruflich machen wollen. Man sollte als erstes versuchen, Fakten zu sammeln, um dem weiteren Werdegang auf die Spur zu kommen.

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15-minütiger Onlinetest

Dabei hilft ein online-basierter Studieninteressentest (SIT), den Hochschulrektorenkonferenz und „Zeit Online“ entwickelt haben. Anhand detaillierter Fragen wird in nur 15 Minuten ein Profil der Fähigkeiten und Vorlieben gezeichnet, entsteht eine Auswahl an Studienoptionen. Mit dieser ersten Einschätzung gewappnet, schließt sich ein persönliches Gespräch beim Berufsinformationszentrum an. Für die gesammelten Fächer kann man sich vorher bereits Material im Internet besorgen, etwa auf den Seiten des BIZ. Sollte man dann noch keinen konkreten Anhaltspunkt haben, bieten sich Seminare zur Studien- und Berufswahlfindung an. Gerade gemeinnützige Anbieter bieten solche Schulungen zu relativ geringen Preisen an. Es gibt auch einen großen Coaching-Markt. Es geht aber sicher auch günstiger.

Jetzt ausprobieren: Praktika zum Ersten

Auch wenn es manchmal den Anschein hat: Nach dem Abitur muss nicht jeder sofort mit dem Studium beginnen. Wieso also nicht auch Erfahrungen sammeln für die Studienwahl? Das geht über mehrwöchige Praktika in Unternehmen oder bei Organisationen oder durch Freiwilligenarbeit. Das Freiwillige Soziale Jahr ist allgemein bekannt, doch was ist mit dem ökologischen oder dem wissenschaftlichen Jahr? Mit dem Sozialen Jahr assoziiert man erst mal Krankenhäuser, Pflegeheime, Kindergärten und Schulen. Es gibt aber auch Einrichtungen aus anderen Bereichen, die Plätze anbieten. Das Ökologische Jahr ist an Umwelt- und Naturschutz gekoppelt, und während eines Wissenschaftlichen Jahres arbeiten die Teilnehmer in Forschungseinrichtungen, Universitäten oder Laboren.

Praktika und Jobs im Ausland

Ein Praktikum oder Freiwilligenarbeit kann immer auch im Ausland gemacht werden. Das erweitert den Erfahrungsschatz um wichtige Komponenten wie die Selbständigkeit im fremdem Land und interkulturelle Erfahrungen. Das beliebte Work & Travel wollen wir an dieser Stelle nicht vergessen. Sicherlich eine sinnvolle Sache, um Selbständigkeit zu proben und Arbeitserfahrung zu sammeln. Allerdings muss Work & Travel gut organisiert sein – „Ich fahr mal los und dann findet sich schon was“, ist keine gute Einstellung. Dann sollte man vielleicht lieber ganz offen vier Monate Urlaub machen.

Ganz wichtig: Unis angucken

Ist die Entscheidung für einen Studiengang gefallen, gilt es die passende Hochschule zu finden. Oft ist es nicht das Studienfach, das Studenten zum Abbruch bringt, sondern die Hochschule und die Form der Lehre. Will man Frontalunterricht und große Vorlesungen im Audimax? Dann sind große deutsche Unis interessant. Steht man auf die Arbeit in kleinen Gruppen und engen Kontakt zu den Dozenten, ist man besser an einer kleineren Uni, einer Fachhochschule oder oft auch in internationalen Studienprogrammen ausländischer Hochschulen aufgehoben.

Mut zum Scheitern

Ist ein Studienfach ausgewählt: Gratulation! Was aber, wenn man nach zwei Semestern feststellt: Es ist nicht das, wonach man gesucht hat. Ist es wirklich der Inhalt, der einen nicht anspricht, dann heißt es Goodbye sagen, eine Auszeit nehmen und neu überlegen. Liegt es aber nicht eindeutig am Studienfach, sollte sich jeder die Zeit nehmen, weitere Hochschulen, vielleicht auch im Ausland, anzuschauen, die eventuell andere pädagogische Konzepte verfolgen. Die hohen Studienabbrecherquoten an den großen deutschen Hochschulen liegen oft auch in der Form der Lehre begründet.  

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