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Dokumente fürs Auslandsstudium

Mach doch noch 'nen Stempel drauf

Apostille, Legislation, Beglaubigung … Je nach Zielland kann es ganz schön aufwendig werden, die erforderlichen Dokumente in der gewünschten Form aufzutreiben. SiA erklärt, was hinter den einzelnen Begriffen steckt und wo man die Dokumente erhält.

Design ohne TitelVor dem Studium an der internationalen Traumuni steht der Papierkrieg. Jede Hochschule kann selbst entscheiden, in welcher Form welche Nachweise erbracht werden müssen.

Beglaubigungen und Übersetzungen
Zeugnisse oder andere offizielle Dokumente im Original bei der internationalen Hochschule einreichen? Das ist so gut wie nie möglich. Meist brauchen Bewerber beglaubigte Übersetzungen ins Englische oder in die jeweilige Landessprache. Außerdem wird noch eine beglaubigte Kopie des Dokuments in der Originalsprache verlangt. Einfache beglaubigte Kopien stellen in Deutschland meist die Bürgerämter der Städte gegen eine geringe Gebühr von 1 bis 2 Euro aus, allerdings ist diese Leistung auf deutschsprachige Dokumente begrenzt. Auch die Schule, an der beispielsweise das Abitur abgelegt wurde, kann eine beglaubigte Kopie ausstellen – der Schulleiter erstellt in diesem Fall einfach eine originalgültige Abschrift samt Unterschrift und Schulstempel. In manchen Ländern fordern die Universitäten auch notariell beglaubigte Kopien. Ein deutscher Notar ist ermächtigt, Dokumente aller Art in Kopie zu beglaubigen. Die Kosten sind deutlich höher als bei den Bürgerämtern, liegen aber mit 10 bis 15 Euro pro Abiturzeugnis immer noch im Rahmen. Fordert die ausländische Hochschule eine beglaubigte Übersetzung der Zeugnisse oder anderer Dokumente, muss ein beeidigter Übersetzer ran. Im einfachsten Fall reicht für das Bewerbungsverfahren eine englischsprachige Übersetzung, aber es können auch beispielsweise Polnisch oder Tschechisch verlangt werden – diese Entscheidung trifft die jeweilige Hochschule nach den Richtlinien des Bildungsministeriums. Beeidigte Übersetzer gibt es für alle Weltsprachen. Sie verfügen über eine entsprechende Ausbildung bzw. ein Hochschulstudium und zudem über eine Zulassung durch ein deutsches Bezirksgericht, sind dort also vereidigt worden. So sollen Probleme an dieser Schnittstelle vermieden werden, etwa indem die Übersetzer Zeugnisse nicht korrekt oder gar absichtlich inkorrekt übertragen. Es gibt eine Reihe Übersetzungsagenturen, die diese Dienste anbieten. Auf der Website des Bundesverbands der Übersetzer und Dolmetscher (BDÜ) gibt es eine Suchfunktion für freie, selbstständig tätige vereidigte Übersetzer, die meist deutlich günstiger sind als die Agenturen.

Apostille und Legalisation
Viele Universitäten weltweit fordern zusätzlich, dass die Zeugnisse auf Echtheit überprüft werden. Dafür ist meist eine Apostille nach der Haager Konferenz von 1961 ausreichend. In Deutschland können verschiedene Institutionen eine Bestätigung durch eine sogenannte Haager Apostille vornehmen: Je nach Bundesland sind Bezirksregierungen, Gerichte oder Notare zuständig. Im internationalen Urkundenverkehr haben sich aktuell 108 Länder verpflichtet, Urkunden, die mit einer Apostille versehen sind, ohne weitere Prüfung zu akzeptieren. Dazu gehören zum Beispiel die USA, alle EU-Mitgliedsländer sowie Russland. Andere große Staaten aber sind nicht dabei. Kanada und China fehlen genauso wie fast alle afrikanischen Staaten. Bei diesen Ländern muss die Echtheitsprüfung von Dokumenten durch das jeweilige Konsulat des Ziellands in Deutschland erfolgen – ein Vorgang der sich Legalisation nennt. In jedem Fall ist es notwendig, sich rechtzeitig zu erkundigen, in welcher Form die Dokumente genau eingereicht werden müssen. Denn die Formalitäten rund um Übersetzung und Beglaubigung können schon ein paar Tage in Anspruch nehmen.  

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