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Studienfinanzierung fürs Ausland  

Jobben in Anderswo: Was darf ich, was muss ich?

Nicht nur in Deutschland ist ein Job neben dem Studium für viele Studenten überlebensnotwendig. Auch wer im Ausland studiert, arbeitet oft nebenbei. Allerdings lauern hier Fallen – vor allem außerhalb der EU.

Fotolia 136867712 M bearbWer heutzutage für ein bis zwei Semester oder gar ein ganzes Studium ins Ausland geht, kann sich meistens auf finanzielle Unterstützung verlassen: Neben eigenen Ersparnissen ermöglichen Finanzspritzen von den Eltern, staatliche Stipendien wie Erasmus+ oder private fachspezifische Stiftungen überhaupt erst den wissenschaftlichen Aufenthalt im Ausland. Dennoch kommt es vor, dass diese Geldquellen vor allem in teuren Ländern wie England, Frankreich, den USA oder Japan nicht ausreichen, um mehrere Monate lang über die Runden zu kommen.

Entlohnte Erfahrung sammeln
Die einfachste Lösung ist in vielen Fällen: Jobben gehen. Ob in der Gastronomie, im Lager, im Büro oder auch von zu Hause aus – neben einem netten Taschengeld ist vor allem die Erfahrung nützlich, die im akademischen Umfeld erworbenen Sprachkenntnisse auch in der Berufspraxis anzuwenden. So findet bereits während des Studiums eine langsame Integration in die Berufswelt des jeweiligen Landes statt, in das der Studierende unter Umständen nach dem Studium auswandern möchte. Erste Erfahrungen im neuen Arbeitsmarkt erleichtern es später, in den Beruf im Zielland einzusteigen, denn Anlaufschwierigkeiten liegen dann schon in der Vergangenheit. Dazu zählt nicht nur das Steuerrecht, das sich vom deutschen Pendant in jedem Fall unterscheidet. Auch verspätete Gehaltsauszahlungen, Probleme mit Vorgesetzten oder Kollegen sowie generell der Status als Ausländer bieten viel Konfliktpotenzial, das beim Einstieg nicht zu unterschätzen ist. Da ist es besser, diese Erfahrungen früh in einem kleinen Job zu machen und zu bewältigen als später in einer Vollzeitstelle zu verzweifeln.
Wer für ein bis zwei Semester im Ausland studieren will und dabei seinen Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland beibehält, bleibt erst einmal grundsätzlich im Heimatland steuerpflichtig. Das heißt, der Studierende muss die im Ausland erwirtschafteten Einkünfte in seiner deutschen Steuererklärung angeben, sofern er im Kalenderjahr vorher oder nachher auch in Deutschland Geld verdient hat.

Lohnsteuersätze einkalkulieren
Die Lohnsteuer, die bei jedem Job im Ausland automatisch vom Grundgehalt abgezogen wird, bleibt im jeweiligen Land. Der Student kann sie nur durch eine Steuererklärung vor Ort in Bruchteilen zurückerhalten. Allerdings lohnt es sich angesichts des Verwaltungsaufwands im Ausland nur in den seltensten Fällen, eine Steuererklärung für einen Nebenjob anzufertigen. Der abzusehende Ertrag ist recht gering. Vor allem, da die Einkünfte im Ausland durch das sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen, das Deutschland mit allen EU-Ländern sowie vielen weiteren Staaten wie den USA, China, Japan, Indien oder Australien geschlossen hat, nicht nochmals in Deutschland versteuert werden können.
Eine unangenehme Überraschung durch eine Lohnsteuernachzahlung an das deutsche Finanzamt muss der akademische Weltenbummler also in der Regel nicht befürchten. Wichtig ist dabei nur, die Gehaltsabrechnungen aus dem Ausland sorgfältig aufzubewahren, um nachweisen zu können, dass die Einkünfte bereits im Gastland versteuert wurden.
Die Lohnsteuersätze, die bei der Kalkulation des Gehalts abzuziehen sind, unterscheiden sich weltweit von Land zu Land. In England und den USA zahlt man jeweils nur 10 Prozent, in Frankreich 15 Prozent, in Italien schon 23 Prozent und in Staaten wie Schweden oder den Niederlanden werden sogar über 30 Prozent an Lohnsteuerabgaben fällig. Daher lohnt es sich vor allem für ausländische Studierende, bereits bei der Jobsuche beim Arbeitgeber nachzufragen, welches Nettoeinkommen in etwa ausgezahlt wird.

Arbeiten im Nicht-EU-Ausland
Während ein deutscher Staatsbürger im EU-Ausland gleichberechtigt und ohne Einschränkungen einem Job neben dem Studium nachgehen kann, muss im Nicht-EU-Ausland jeweils eine Arbeitserlaubnis zusätzlich zum Visum beantragt werden. Die Vorgaben dafür variieren jedoch von Land zu Land erheblich.
In Japan beispielsweise verlangt das Gesetz, dass sich Ausländer mit Studentenvisum voll und ganz auf ihr Studium konzentrieren, da sich jeglicher Nebenjob negativ auf die Leistungsfähigkeit an der Uni auswirken könnte. Hier fällt dieser Finanzierungsweg also weg. Ausnahmen bilden duale Studiengänge, bei denen eine entlohnte Tätigkeit verpflichtender Studienbestandteil ist, oder geringfügige Tätigkeiten wie die Erteilung von Nachhilfestunden, die wie auch in Deutschland nach Absprache in bar vergütet wird.
In Australien hingegen gelten ähnliche Voraussetzungen wie in Deutschland: Eingeschriebene Studenten einer australischen Universität ist sind berechtigt, bis zu 20 Stunden in der Woche während der Vorlesungszeit zu arbeiten; in den Semesterferien auch Vollzeit.
Informationen über die Bedingungen für einen Nebenjob liefert die jeweilige Botschaft in Deutschland. Es ist also kein Problem, frühzeitig vor dem geplanten Aufenthalt im Nicht-EU-Ausland nachzufragen, welche Regelungen für das Zielland gelten, und sich auf die Bedingungen vor Ort einzustellen.

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